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Bußgeld 22. September 2026 5 min

Die kostenpflichtige Nummer auf dem Schild: hunderttausend Euro dafür, die Ausübung eines Rechts mit einem Preis zu versehen

Die spanische Behörde hat Securitas Direct sanktioniert, weil die Videoüberwachungsschilder für Auskunft und Widerspruch auf eine kostenpflichtige Leitung verwiesen — kostenlose Kanäle auf der Website halfen nicht

Zuerst zum Datum

Die Entscheidung ist seit dem 1. Februar 2023 bestandskräftig und wurde am 22. September 2026 im europäischen Register veröffentlicht. Es ist keine neue Linie, sondern eine gerade erst sichtbar gewordene. Das gehört gesagt, weil eine alte, frisch verbreitete Entscheidung mitunter wie eine jüngste Wende zitiert wird, und das ist sie nicht.

TL;DR

Ein Verbraucherverband beanstandete die Videoüberwachungsschilder von Securitas Direct, die für die Ausübung von Auskunfts- und Widerspruchsrecht auf eine kostenpflichtige Telefonnummer verwiesen — eine 902. Die spanische Behörde stellte einen Verstoß gegen Art. 12 Abs. 2 DSGVO fest, sanktionierbar nach Art. 83 Abs. 5 Buchst. b, verhängte hunderttausend Euro und ordnete an, die Schilder binnen zwölf Monaten zu ersetzen. Der entscheidende Punkt: andere kostenlose Kanäle auf der Website heilten den Verstoß nicht, denn es war das Schild, das zur kostenpflichtigen Nummer führte.

Erleichtern ist nicht Zulassen

Art. 12 Abs. 2 verpflichtet den Verantwortlichen, die Ausübung der Rechte nach Art. 15 bis 22 zu erleichtern. Das ist ein aktives Verb und der Kern dieses Verfahrens: es genügt nicht, dass das Recht ausübbar ist, der Weg darf nicht behindern. Eine kostenpflichtige Nummer führt Kosten ein — kleine, aber Kosten — genau in dem Moment, in dem jemand entscheidet, ob er sich beschwert oder es sein lässt, und diese Reibung wirkt auf den Unsichersten.

Die Begründung hat eine zweite Schneide, die jeden Verantwortlichen angeht: es zählt der Kanal, den man ankündigt. Securitas Direct hatte kostenlose Wege, doch das Schild — das Dokument, das man genau dann liest, wenn man gefilmt wird — nannte die kostenpflichtige Nummer. Wer das Schild liest, prüft nicht, ob anderswo eine bessere Möglichkeit besteht.

  • Prüfen Sie die SCHILDER, nicht nur die Datenschutzerklärung: auf dem Schild der ersten Ebene überlebt gern eine alte Nummer, eine Sonderrufnummer oder eine Vertriebszentrale.
  • Prüfen Sie die tatsächlichen Kosten der angegebenen Nummern: in Spanien sind 902-Nummern Sonderrufnummern; anderswo ist das Äquivalent jede aus dem Mobilfunk nicht kostenfreie Leitung.
  • Ein kostenloses Postfach auf der Website korrigiert keinen anderswo angekündigten kostenpflichtigen Kanal. Die Korrektur besteht darin, das Angekündigte zu ändern.
  • Die Abhilfemaßnahme kam mit einer Frist: zwölf Monate zum Austausch der Schilder. Eine Umsetzungsfrist ist zugleich ein Prüfdatum — in die Mandantenakte eintragen.
  • Derselbe Maßstab erfasst Formulare, die eine Registrierung erzwingen, solche, die ohne Not eine Ausweiskopie verlangen, und solche, die zur Nutzung einer App zwingen.

Wo man morgen hinsieht

Listen Sie alle Stellen auf, über die eine betroffene Person von Ihren Mandanten etwas verlangen kann: Videoüberwachungsschild, Fußzeile der Website, Datenschutzerklärung, Vertrag, Rechnung, E-Mail-Signatur, Ansage der Telefonzentrale. Prüfen Sie, welcher dieser Kanäle Geld oder unverhältnismäßig viel Zeit kostet. Fast immer ist einer vergessen, und fast immer ist es ein Telefon.

Die Höhe — hunderttausend Euro — zählt weniger als die Logik. Sanktioniert wurde nicht die Weigerung, jemandem zu antworten: sanktioniert wurde die Gestaltung des Weges. Und die Gestaltung des Weges ist genau der Teil, den man einmal überprüft und der dann zehn Jahre auf einem Aufkleber neben der Tür bleibt.

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